Verflossen sind die Jahre,

verringert Beweglichkeit und Hauptes Haare.

Doch geblieben ist etwas, was zur gleichen Zeit

jeden Freitag ältere Herren in die Turnhalle treibt.

 

­„Herrengymnastik“ heißt das Zauberwort,

dass viele treibt an diesen Ort.

Denn ganz genau man weiß,

rinnen wird an diesem Ort der Schweiß.

 

Erst beginnt man leicht zu laufen,

ohne dabei viel zu schnaufen.

Doch wird das Tempo dann erhöht,

kommt der ein oder andere schon in Nöt

und macht sich Gedanken

über seiner Leistungsfähigkeit Schranken.

 

Ist man dann gelockert und leicht angeschwitzt,

einige vielleicht auch schon sehr erhitzt,

beginnt der zweite Teil der Qual,

man nennt es Basketball. 

 

Körperloses Spiel ist hier ein hohes Ziel.

Doch haben dafür einige bereits Körpermasse zuviel,

so das nicht immer die Einhaltung der Regeln gelingt.

Wichtig ist nur, dass der Ball im Korb versinkt.  

 

Würfe und Dribblings der kuriosesten Art sind zu sehen,

die allerdings in keinem Regel- oder Lehrbuch stehen.

Aber ist es nicht doch schön, wenn wir unsere eigenen Wege gehen

und am Ende Begeisterung und Freude über das Spiel stehen !? 

 

Jeder begibt sich nun auf eine Gymnastikmatte geschwind

und unter großem Vorabgestöhne die Bodengymnastik beginnt.

Die Anweisungen lauten: einrollen, strecken, durchschwingen,

Arme und Beine gegeneinander verwringen,

Gesäß und Hüfte hoch, Arme und Beine lang,

bewegt euch doch nicht wie ein gebrauchter Kleiderschrank. 

 

Auf des Bauches Muskeln wippen

gerät bei einigen – des Umfangs wegen – leider in vorwärts und rückwärts kippen.

Durch die Reihen ringsherum

vernimmt man noch nie gehörtes Gestöhne und Gebrumm.

Es knacken die Knochen in jeder Hallenecke

oder sind es vielleicht doch nur Geräusche von Boden oder Decke?

Naß das Hemd und naß die Brust,

doch du weißt, warum du dich quälen musst.

Hüpfen auf der Stelle,

noch ein paar Liegestütze auf die Schnelle.

Das Gestöhne und Geknacke hört schließlich auf,

wenn zu Ende Gymnastik und Lauf.

 

Auf geht’s zum anschließenden Fußballspiel,

davon halten alle sehr viel.

Ab jetzt rollt der Ball elegant durch die Reihen,

„ zu mir, zu mir“ hört man Spieler vereinzelt schreien.

Selbst mit geschlossenen Augen gelingt ein Kopfballtor,

dass kommt nicht mal in der Bundesliga vor.

Die letzten Konditionsreserven werden bewegt,

wenn es um den Sieg im Abschlussspiel geht.

 

Hemd und Haare schweißnass verklebt

man zur Dusche strebt.

Nach der Dusche ist der Mann wie neu gemacht.

Eine große andere Leistungsfähigkeit ist erwacht. 

 

Um dafür zu erbringen den Beweis,

bildet man schnell bei Heiner Arning einen Stuhlkreis.

Man leert dort noch so manches Glas

und ist der festen Überzeugung:

 

Herrengymnastik macht doch Spaß.